Alles begann mit meiner engagierten Biolehrerin Frau Härtel. Sie hat schon in der 5. Klasse meine Lust am Experimentieren und Fragenstellen geweckt und mich auf die Idee gebracht, bei Jugend forscht mitzumachen.
Das Projekt: Ein Wettlauf ums Dörrobst
2026 habe ich in der Juniorsparte mein Projekt „Von frisch zu Dörrobst – Einfluss von Umgebungsparametern bei der Apfeltrocknung im Winter“ eingereicht. Der Hintergrund: Meine kleinen Schwestern lieben getrocknetes Obst. Ich leider auch. Also musste ich herausfinden, wo meine Apfelringe schnell trocknen, ohne dass die beiden sie finden. Ich habe zwei Dachböden verglichen, einen isolierten und einen ungedämmten, jeweils mit und ohne Ventilator. Das Ergebnis: Auf dem isolierten Dachboden mit täglicher Belüftung sind die Apfelringe in vier Tagen fertig. Mission erfüllt.
Beim Landeswettbewerb im März habe ich damit den 2. Platz belegt. Dort hat mich der Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke e.V. (LJBW) gefragt, ob ich mein Projekt bei der MILSET Expo-Sciences Europe (ESE) in Mantua vorstellen möchte. Auf Englisch und in den
Herbstferien? Na klar! Also habe ich Poster gestaltet und meine Arbeit ins Englische übersetzt. Ein großes Dankeschön geht an den Förderverein des „Glückauf“-Gymnasiums, der die Druckkosten übernommen hat.
Anreiseabenteuer
Am 18.10. ging es um 8 Uhr mit dem LJBW und acht weiteren Jugendlichen von Leipzig aus los. Das größte Abenteuer? Wir haben gelernt, dass nicht nur die Deutsche Bahn unberechenbar ist. Die Österreicher und Italiener können das auch. Mit vier Stunden Verspätung kamen wir in Mantua an,
gerade noch rechtzeitig fürs Abendessen.
Wissenschaft, Kultur und jonglierte Pizza
Bei der ESE geht es nicht ums Gewinnen. Im Mittelpunkt steht der Austausch: Über 500 junge Forscherinnen und Forscher aus mehr als 30 Ländern stellen ihre Projekte vor, tauschen Ideen aus und lernen andere Kulturen kennen, alles auf Englisch. Dazu gab es ein buntes Kulturprogramm. Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass man Pizza nicht nur essen, sondern auch damit jonglieren kann, und zwar mit Händen und Füßen. Nachmittags haben wir Mantua erkundet, das zum UNESCO-Welterbe gehört. Ein weiteres Highlight war der Ausflug nach Venedig mit Markusplatz, Rialtobrücke, Canal Grande, Dogenpalast und Seufzerbrücke. Wirklich spektakulär!
Heimkehr mit Wiederholungsgefahr
Die Rückfahrt am 23.10. war ganz entspannt: Trotz mehrerer Umstiege waren wir pünktlich um 20:30 Uhr zurück in Leipzig. Meine Eltern haben auf der Heimfahrt einen Wasserfall an Erzählungen abbekommen. MILSET ESE und Jugend forscht haben mich endgültig gepackt, und seitdem springen
in meinem Kopf neue Ideen herum wie Popcorn. Für eine habe ich mich schon entschieden: Upcycling alter Computer. Dafür brauche ich allerdings eure Hilfe! Habt ihr einen alten Laptop oder Tower-PC, der nur noch herumsteht? Dann meldet euch gern bei mir über LernSax. Vielleicht lest ihr nächstes
Jahr mehr davon.
Zum Schluss: Danke, Frau Härtel, dass Sie den Grundstein gelegt haben!
Mein Tipp an alle anderen: Traut euch und probiert es selbst aus! Sucht euch eine Frage, die euch nicht loslässt, und forscht einfach drauflos. Jede große Idee fängt klein an, bei mir waren es Apfelringe. Es lohnt sich!
Alec A. Dümmler, Klasse 8b
