Drei Schülerinnen der 7a bzw. 7c haben die Ballade „Nis Randers“ von Otto Ernst (1901) in einen Tagebucheintrag aus der Perspektive der Hauptfigur verwandelt und dem ganzen so ein moderneres Gewand verpasst. Nach der Originalballade können die Ergebnisse gelesen werden. Viel Freude beim Lesen!
„Nis Randers“ (1901) von Otto Ernst
Krachen und Heulen und berstende Nacht,
Dunkel und Flammen in rasender Jagd –
Ein Schrei durch die Brandung!
Und brennt der Himmel, so sieht mans gut.
Ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut;
Gleich holt sichs der Abgrund.
Nis Randers lugt – und ohne Hast
Spricht er: „Da hängt noch ein Mann im Mast;
Wir müssen ihn holen.“
Da fasst ihn die Mutter: „Du steigst mir nicht ein:
Dich will ich behalten, du bliebst mir allein,
Ich wills, deine Mutter!
Dein Vater ging unter und Momme, mein Sohn;
Drei Jahre verschollen ist Uwe schon,
Mein Uwe, mein Uwe!“
Nis tritt auf die Brücke. Die Mutter ihm nach!
Er weist nach dem Wrack und spricht gemach:
„Und seine Mutter?“
Nun springt er ins Boot und mit ihm noch sechs:
Hohes, hartes Friesengewächs;
Schon sausen die Ruder.
Boot oben, Boot unten, ein Höllentanz!
Nun muss es zerschmettern…! Nein, es blieb ganz…!
Wie lange? Wie lange?
Mit feurigen Geißeln peitscht das Meer
Die menschenfressenden Rosse daher;
Sie schnauben und schäumen.
Wie hechelnde Hast sie zusammenzwingt!
Eins auf den Nacken des andern springt
Mit stampfenden Hufen!
Drei Wetter zusammen! Nun brennt die Welt!
Was da? – Ein Boot, das landwärts hält –
Sie sind es! Sie kommen! – –
Und Auge und Ohr ins Dunkel gespannt…
Still – ruft da nicht einer? – Er schreits durch die Hand:
„Sagt Mutter, ’s ist Uwe!“.
Quelle: https://www.gedichte7.de/nis-randers.html, abgerufen am 01.04.2025.
Otto Ernst: Nis Randers (1901) …als Tagebucheintrag
Mittwoch, 10.05.1901 – 4.01 Uhr
In dieser Nacht geschah etwas sehr Eigenartiges. Ich musste es hier hineinschreiben, da ich immer noch sehr überrumpelt von dem Ereignis bin und ich es irgendwie verarbeiten muss.
Meine Mutter und ich waren von der Kirche auf dem Weg nach Hause. Der Gottesdienst ging dieses Mal sehr lang, weshalb es draußen schon düster war und außerdem gab es ein krachendes Gewitter in dieser Nacht. Also beeilten wir uns und nahmen die Abkürzung über den Strand, als da plötzlich ein spitzer Schrei erklang. Ich erschrak so heftig, dass meine Mutter mich fester umklammern musste. In diesem Moment fragte ich mich, wer oder was das gewesen sein soll. Der Schrei klang so schmerzhaft, dass ich auf einmal riesige Angst bekam. Doch dann packte mich die Neugier und ich wollte unbedingt wissen, was da passiert ist. Da erblickte ich im Licht eines Scheinwerfers ein riesengroßes tolles Wrack auf einer Sandbank und staunte. Es zog mich beinahe in seinen Bann, als ich eine kleine zierliche Gestalt im Mast des Schiffes erkannte. Ich zeigte darauf, sodass meine Mutter sie auch sah. Sofort wollte ich ihr helfen, aber meine Mutter war nicht begeistert von der Idee. Doch ich fühlte mich ab diesem Moment dazu gezwungen, diesen Mann zu retten. Allerdings redete sich meine Mutter nun richtig in Fahrt und erklärte mir, dass sie doch schon meinen Vater und ihre beiden Söhne, Momme und Uwe verloren hatte. Das stimmte auch, aber ich wollte trotzdem etwas tun. Ich trat auf den kleinen Steg und überlegte, wie ich am schlauesten vorging. Meine Mutter folgte mir. Sie wollte schon wieder nach meiner Hand greifen, doch da erklärte ich ihr, dass die Mutter von der Gestalt, welche dort im Mast hing, sich doch genauso schlimm fühlte, weil ihr Kind nicht auftauchte. Ich glaube, dass war der Grund, warum sie mich dann in Ruhe ließ. Also stieg ich mit sechs anderen Leuten in ein kleines Boot und wir machten uns auf den Weg. Doch umso weiter wir uns vom Strand entfernten, desto mulmiger wurde mir im Bauch. Denn so ganz geheuer war es mir auf dem großen offenen Meer dann doch nicht mehr. Ich musste aufpassen, dass ich nicht aus dem Boot fiel, da der Wellengang so stark war. Eine Welle war sogar so groß, dass sie in das Boot hineinschwappte. Sie traf mich mit voller Wucht und ich war bis auf meine Socken komplett nass. Doch wir schafften es trotzdem. Von Nahem sah das Wrack noch viel spektakulärer aus. Nun platzte ich fast vor Neugier, weil ich einfach unbedingt wissen wollte, wie es innen aussieht. Ich stellte mir einen wunderbaren eleganten Saal für die ganzen feinen Leute vor. Doch ein zweiter erschütternder Schrei riss mich aus meinen Gedanken und ein Schauer überlief mich. Denn schon musste ich wieder daran denken, dass einer von uns noch ganz hoch an den Mast klettern musste. Aber als ich so darüber nachdachte, erschallte der Schrei noch einmal in meinem Kopf und irgendwie kam mir diese Stimme auf einmal sehr bekannt vor. Ich sagte den anderen Leuten, dass sie still sein sollten, damit ich es besser verstand. Und dann wusste ich es… . Es war die Stimme von UWE!! Wirklich Uwe, es war tatsächlich mein verschollener Bruder Uwe. Ich konnte es erst nicht glauben, aber trotzdem freute ich mich wie noch nie. Das war ein wunderschöner Moment. Ich rief es den anderen Leuten aus dem Boot zu so, dass sie es weitergeben konnten. Ein zweites Boot war bereits schon unterwegs. Es fuhr aber gerade erst los, weswegen meine Mutter die Nachricht noch hörte als die Männer es ihr zuriefen. Diese brach am Ufer sofort in Tränen aus. Aber natürlich vor Freude. Die sechs Männer, die mit mir im Boot saßen, schafften es mit Mühe den kleinen Uwe aus dem Mast zu befreien und dann konnten alle gemeinsam zurückfahren. Auch ich war gerührt und drückte Uwe die komplette Fahrt über ganz fest an mich.
Am Ufer nahm uns unsere Mutter in ihre Arme und sie hätte uns wahrscheinlich auch nie mehr losgelassen, wenn ich nicht angemerkt hätte, dass es schon sehr spät und wir alle ziemlich müde waren. Also liefen wir zu dritt, Hand in Hand zu unserem Haus zurück.
Da bin ich sofort in mein Zimmer gerannt und habe dieses spezielle Ereignis aufgeschrieben, denn so etwas passiert schließlich nicht immer. Jetzt gehe ich aber erst mal schlafen. Es ist nämlich schon 4.00 Uhr in der Frühe und ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, deshalb Gute Nacht.
Verfasst von Marit Augustin (7a)
Tagebucheintrag der Ballade: „Nis Randers“ von Otto Ernst
Liebes Tagebuch,
ich sitze wieder hier auf der Holzbank vor unserem kleinen Häuschen. Heute ist der 05.09.1889, es ist schon 11:00 Uhr morgens. Das Meer ist heute schon wieder etwas ruhiger als letzte Nacht. Ich bin eben erst aufgewacht, denn ich habe eine sehr anstrengende Nacht hinter mir. Lass mich dir über dieses furchtbare Erlebnis berichten…Es war ein ganz normaler Tag gewesen auf den ein ganz normaler Abend folgte.
Mutter und ich saßen zusammen bei Kerzenschein an unserem Küchentisch und beobachteten das Meer, welches uns diese Nacht jedoch ein wenig Sorgen bereitete, denn durch den starken Wind schlugen die Wellen doppelt so hoch wie sonst. Es war schon sehr spät und eigentlich wollte ich nun zu Bett gehen, doch da sah ich in der Ferne ein Licht aufblitzen. Wieder und wieder erhellte sich der Himmel kurz. Das musste ich mir genauer ansehen, also ging ich nach draußen und da hörte ich es: ein Donnergrollen in der düsteren Nacht. Es schien ein Gewitter aufzuziehen und die Wellen schlugen schon über den Rand des morschen Holzsteges vor unserem Haus. Ein Blitz nach dem anderen zuckte durch die kalte Spätsommernacht.
Doch plötzlich hörte ich ein Krachen und in der Ferne erschien ein riesiges Licht und man konnte einen grellen Schrei hören. Geschwind eilte ich in unser Haus, um mein Fernrohr zu holen. Was konnte das wohl sein das den Himmel so zum Brennen brachte? Moment…vielleicht war es ein Feuer? Mit dem Fernrohr in der Hand eilte ich wieder nach draußen, gefolgt von meiner Mutter. Ich schaute hindurch, doch was war das…? Es sah aus wie…ein Schiff, welches da brannte…Nein…Das konnte nicht sein! Das durfte nicht sein! Doch! Es musste ein Schiff sein, aber was war das? Da hing doch nicht etwa ein Mann im Mast… „Auf gar keinen Fall begibst nun auch noch du dich in Gefahr!“ „Du bist doch mein Ein und Alles, dein Vater ging unter, dein Bruder verschollen, dich lasse ich nicht auch noch gehen.“
Trotz diesen Worten ging ich über die Brücke, meine Mutter folgte mir und fasste mich am Handgelenk. Doch sie hielt es nicht aus, weinend brach sie zusammen, ich trug sie ins Bett, gab ihr einen Kuss und sagte: „Ich gehe nicht allein und passe auf mich auf, das verspreche ich dir.“ Dann hastete ich zu den Nachbarn und die waren sofort bereit mich bei diesem Höllentrip zu begleiten.
Dann machten wir uns zu siebt auf den Weg. Ich hatte Angst, doch ich war bereit, den armen Kerl zu retten, der da im Mast hing.
Mutig sprang ich also in das kleine mit Moos bewachsene Boot. Verteilt auf zwei Booten machten wir uns also auf den Weg über das schaurige Meer. Die Wellen schlugen schon fast über die Wände unserer kleinen Boote. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken und oft dachte ich das Boot würde gleich in tausend Teile zerschmettern, doch es blieb ganz. Doch ich war nicht allein mit meiner Angst, das spürte ich, denn wir rutschten auf dem Boot immer enger zusammen. Der Himmel war grau und nun konnten es die Wolken nicht mehr halten. Es fing an zu regnen, es schüttete wie aus Eimern. Und der eiskalte Wind blies uns die riesigen Tropfen mitten ins Gesicht. Doch das grausame Feuer hatte vor dem Regen keine Scheu, im Gegenteildurch den Sturm breitete es sich nur mehr aus. Da packte mich die Angst erst richtig. Was, wenn das Boot zerbricht und wir in dem kalten Wasser ertrinken, oder erfrieren, oder was, wenn wir in den grausamen Flammen verbrennen…solche furchtbaren Gedanken schossen mir in diesem Moment durch den Kopf. Doch ich hatte keine Zeit, um Angst zu haben, denn ein furchtbar verzweifelter Schrei zitterte durch die dunkle Nacht. Schnell zückte ich mein Fernrohrund da sah ich ihn…aber Moment das konnte doch gar nicht sein…er sah aus wie…Uwe…nachdem ich noch ein paar male nachgesehen hatte, war ich mir sicher, das musste Uwe sein. Also rief ich in Richtung des Bootes neben uns: „Sagt Mutter´s ist Uwe!“
Gleich darauf machten die vier sich also auf den Rückweg zu Mutter, um ihr diese Botschaft zu verkünden. Nun waren wir also nur noch zu dritt und nur noch wenige Meter von dem immer noch brennenden Schiff entfernt. Hoffnungsvoll ließen wir uns treiben und nach langem Warten besiegte der Regen das grausame Feuer. Aus dem Wasser ragte nur noch der Mast. Schnell paddelten wir zu ihm hin und ich warf mich todesmutig in die großen Wellen. Ich versuchte, auf den Mast hinaufzuklettern, doch ich rutschte immer wieder ab. Schließlich stellte ich mich auf die Schultern meines Kammeraden und klammerte mich an Uwes blutiges Bein. Ich zerschnitt seine Fesseln mit einem Säbel und die Jungs fingen ihn auf.
Dann machten wir uns auf den Rückweg. Doch ob Uwe es schaffen würde, war unklar. Sein weißes Hemd war blutverschmiert und zerfetzt, seine Beine und Arme von Brandwunden übersät, seine Füße ganz kalt und bleich und bewusstlos war der arme Kerl auch. Wir alle waren still, traurig, erstaunt, geschockt und voller Hoffnung.
Als wir dann endlich ankamen, wurden wir von Mutter und den Nachbarn empfangen. Der Heiler aus dem Dorf war auch schon da, vermutlich hatte er vorher Mutter versorgt und nun kümmerte er sich um Uwe. Meine Gedanken rasten und meine Gefühle waren so durcheinander wie noch nie zuvor. Mit einer Decke umhüllt saß ich am Ofen. Der Schreck war mir in die Glieder gefahren. Als sich endlich der Heiler erhob und verkündete, dass Uwe es schaffen würde.
Alle waren überglücklich und erleichtert. Besonders Mutter freute sich, endlich hatte sie ihren Uwe wieder und ihre Söhne waren wieder vereint. Alle beisammen freuten wir uns und feierten die ganze Nacht…
Bis zum nächsten Abenteuer liebes Tagebuch.
Verfasst von Tessa Knauthe (7c)
Die Ballade „Nis Randers“ als Tagebucheintrag
Liebes Tagebuch,
heute ist der 15. April 1901 und gestern ist mir etwas Unglaubliches passiert. Gestern war ein sehr regnerischer Tag mit viel Sturm und vielen Blitzen. Mama und ich hatten gerade Abendbrot gegessen, als ich plötzlich ein sehr lautes Geräusch hörte. Mama war offensichtlich erschrocken, denn sie zuckte kurz zusammen. In meinem Kopf waren gerade ziemlich viele Fragen: Was war das? War ein Blitz neben unserem Haus eingeschlagen? Ist etwas kaputt gegangen? Plötzlich fiel mir etwas ein. Ich hatte das Gehege von Billy noch nicht verschlossen. Billy ist unser Hund, den wir vor etwa einem Jahr am Strand gefunden haben. Er musste unglaubliche Angst alleine da draußen haben.
Plötzlich fragte Mama: „Was war das?“ und ich antwortete: „Ich weiß es nicht. Lass uns nachsehen, was da draußen vor sich geht.“ Wir zogen unsere Mäntel an und gingen raus. Wir wohnen direkt am Meer und etwa 200 Meter entfernt von dem nächsten Dorf. Plötzlich schrie Mama laut auf. Dann realisierte ich erst, dass Billys Hütte von einem Blitz getroffen wurde. Mama hatte fast schon Tränen in den Augen, weil sie Angst hatte, dass ihm etwas passiert sein könnte. Ich schaute mich suchend nach Billy um, bis ich ihn plötzlich zusammengekauert in einer Ecke fand. Er sah sehr erschrocken aus und seine Pfote blutete. Ich holte Mama, denn sie ist Hausärztin und wusste genau, was zu tun war. Billy und Mama gingen schon mal in das Haus hinein, aber ich blieb noch kurz draußen. Ich sah auf das Meer. Die Wellen waren unglaublich hoch und plötzlich hörte ich eine Stimme. Es war ein Hilferuf! Ich sah mich um. Tatsächlich! Da war Feuer! Ich brauchte einen kurzen Augenblick, um zu realisieren, dass im Meer ein brennendes Wrack war. Das Wrack besaß einen alten Masten, worin ein Mensch saß. Ich rief Mama. Sie kam stolz aus dem Haus heraus und sagte sie hätte Billy verarztet. Ich sagte: „Mama, es gibt ein Problem.“ Ich zeigte auf das brennende Wrack. Mamas Augen weiteten sich gewaltig. Ich sagte Mama entschlossen, dass ich auf das Meer herausfahren werde, um den Menschen zu retten. Doch Mama sagte: „Nein! Du bleibst hier! Papa Hubert ging beim Angeln unter, als du gerade mal zehn Jahre alt warst. Und Uwe, dein Bruder, ist seit drei Jahren verschollen. Du bist der einzige, den ich noch habe! Der Mensch, in dem Masten wird sich bestimmt selbst helfen können. Aber eins steht fest: DU BLEIBST HIER!“ Ich war wütend. Ich konnte Mama aber auch ein wenig verstehen. Ich war der einzige, den sie noch hatte. Aber ich bin jetzt 17 Jahre alt! Mama behandelt mich immer noch wie ihr „kleines, hilfloses Kind“. Aber ich musste ihr das Gegenteil beweisen.
Ich rannte also trotz des Regens in die Stadt, um meine Freunde um Hilfe zu bitten. Ungefähr 15 Minuten später waren Theo, Maik, Erwin, Max und Lukas mit mir am Strand. Mama sah mich verdutzt an. Sie schrie vor Angst und Wut zugleich. Sie fluchte vor sich hin. Aber der Person musste geholfen werden. Außerdem fahre ich schon so lange Boot, dass eigentlich gar nichts mehr passieren konnte. Allerdings muss ich gestehen, dass ich noch nie bei so einem Wetter gefahren war. Ich hatte Angst, aber dennoch war ich zuversichtlich. Also nahmen wir uns das alte Fischerboot von meinem verstorbenen Vater und machten uns auf den Weg auf das offene Meer. Mama ist aus Verzweiflung zusammengebrochen und blieb mit Billy am Strand zurück.
Wir fuhren zu sechst auf das offene Meer hinaus. Es war eng im Boot und die Wellen waren so hoch wie Berge. Man hörte nur das Krachen und Heulen der Nacht und die Hilferufe von dem mysteriösen Wrack. Plötzlich schrie Lukas auf: „Theo ist über Bord!“ Tatsächlich! Theo war nicht mehr im Boot! Er wurde ungefähr sieben Meter von unserem Boot weggetrieben, doch das war nicht unser größtes Problem: Theo konnte nicht schwimmen! Wir sahen die Angst in seinen Augen! Wir wollten gegen die Strömung ankämpfen, um Theo zu retten, doch es brachte nichts. Wir sahen, wie er sich immer weiter von uns entfernte. Es war schrecklich! Ich merkte, wie sich die Angst immer weiter in mir ausbreitete. Wir ruderten so schnell wir konnten. Doch dann hatte Maik eine Idee. „Lasst uns versuchen um die Strömung herum zu fahren!“, sagte Maik. Wir versuchten es und ruderten so schnell wir konnten. Ich schrie: „Halte durch, Theo!“. Es waren nur noch drei Meter, bis wir Theo erreicht hatten. Nur noch ein Meter. Gleich waren wir da! Doch plötzlich rief Lukas: „Welle!“- Tatsächlich! Eine Welle, so hoch wie ein Berg! Jetzt mussten wir uns beeilen! Sonst wäre es aus mit Theo. Wir ruderten so schnell wir konnten und erreichten Theo. In letzter Sekunde zogen wir ihn ins Boot. Kurz darauf wurden wir nass. Unser Boot drohte zu kentern! Jetzt war es ein Spiel gegen die Zeit, denn das Wrack war fast vollständig verbrannt. Aber man hörte immer noch Hilferufe. Es war nicht mehr weit bis zum Wrack. Ich konnte sogar schon sehen, dass es auf einer Sandbank stand.
Ungefähr fünf Minuten später waren wir endlich am Wrack. Ich kletterte so schnell ich konnte auf den Masten und konnte meinen Augen nicht trauen. Die Person kam mir so vertraut vor. Es war Uwe! Mein Bruder lebte! Offensichtlich hatte er mich auch wiedererkannt, denn er lächelte mich sehr vertraut an. Wir sprangen in das Boot und fuhren zurück zum Ufer. Mama war wieder zu Bewusstsein gekommen. „Sagt Mutter, es ist Uwe!“ rief ich.
Meine Mama traute ihren Ohren nicht. Sie fing plötzlich an zu lachen und weinte zugleich. Als wir aus dem Boot ausstiegen, rannten Uwe und ich zu Mama. Sie umarmte uns und ließ uns nicht mehr los. Es war einfach nur wunderschön.
Diesen Tag werde ich nie vergessen. Ich glaube Mama ist im Nachhinein doch glücklich, dass sie mich hat gehen lassen und von diesem Tag an behandelt sie mich sicher nicht mehr wie ihr „kleines, hilfloses Kind“. Auch wenn wir glücklich als eine Familie weiter bei Mama leben. Uwe hatte noch einige Brandwunden, die Mama verarztete und Uwe erzählte uns alles! Von seinen Abenteuern auf dem Meer bis zu dem Erkunden einsamer Inseln.
Es war der schönste Tag in meinem Leben!
Verfasst von Nora Püschel (7c)