Zeitscherbe


Kristall, geschliffen zu einen Äon,
Aus gestumpfter Zeit in Materie gegossen.
Von dem Vater gegeben an seinen nächsten Sohn,
Jahrzehnte in den Diamanten flossen.

In ihm gefangen die neue Welt,
verborgen hinter undurchdringbar fließend Glas.
Eine Welt, wo jeder sein leben selber wählt,
Eine Welt, in dem die Sonne den Monde traf.

Ein Gespiel wie Murmeln der Schöpferfigur
bearbeitet und schleift die Welt willkürlich.
Kein Interesse an dem Schicksal, das jedem darin widerfuhr,
Doch das Wesen der Geschöpfe erzürnt sich.

Ein Mann, er ruft zum nach Revolution,
Klagt den Kerkermeister an.
Doch was weiß er von der Welt vom Glase schon?
Ob er seine Welt selbst verstehen kann?

Nein, verstehen will er nicht,
In ihm wächst der Wahn nach Freiheit.
Er sehnt sich nach dem schöpferischen Licht,
Seine Welt doch langsam entzweit und teilt.

Der Versuch misslingt vorraussehbar,
Er klagt dem Himmel seine Lieder.
Der Kristall doch nur ist stumm, doch klar,
Und die gelangweilte Person legt ihn sinnend nieder.

Ein Kleinod mit mehr Dimensionen,
Doch unbeachtet im Feld der Steine.
Würde sich die Aufmerksamkeit doch lohnen,
Jeder Stein mit Tränen weinte,
Als ob ihm eine Seele innewohne.

So ist gefangen ein Stein die Steine,
Auch der Vater und der nächste Sohn.
So findet keiner von ihnen der Freiheit Reine,
Doch welchen Kontext hat Freiheit schon?




 
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