Schummrig


Stilles Leben grünt doch blass
Wie ein Mensch beim Aderlass
Scheltend staubig impulsierend
Durch Traums Nässe beichtend frierend
Steht ein mikroskopisch Wesen
Im Kosmos riesig aufgebläht
Kann in keinem Glück genesen
Nur ein dunst'ger Schatten steht

Feile dir die Ketten fort
Aus dem schummrig Paradies
Das da liegt an jenem Ort
An dem der Flusse gierig fließt
Der alle Farben mit sich reißt
Sich in die Uferwände beißt
Die leuchtend Kieselsteine waschend
Dich mit Stumpfheit überraschend
Nichts übrig lässt als deinen Geist

Dieser wandelt dann auf Wegen
Ohne Durchsicht, ohne Ziel
Die sich winden, strecken, regen
Wie als stünde es im Spiel
Wird er Hirsch in einer Treibjagd
Nur von Schatten klamm getroffen
Prachtvoll Farbenspiel wird ihm entsagt
Wunden fließen da nur offen
Die im Triumph erblühen. Flieh!
Wie sich der Traum füllt, Agonie!




 
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