Was hat meine Jeans mit Demokratie zu tun?

Wisst ihr, woher eurer T-Shirt oder eure Jeans kommen? Wie viele zig Tausend Liter Wasser verbraucht werden, um ein Kilo Baumwolle herzustellen? Wie viele zig Tausend Kilometer ein Kleidungsstück hinter sich hat, bevor es in Deutschland im Regal liegt? Wie viel Prozent des Gewinns der Einzelhandel einsteckt und wie viel Prozent für eine Näherin davon hat? Unter welchen Bedingungen Baumwollpflücker, Färber oder Näher arbeiten?

18 deutsche, tschechische und polnische Schüler - sechs davon aus dem Dippser Gymnasium - gingen dieser Frage während der einwöchigen Workshopwoche der Brücke/Most - Stiftung nach.

Um Antworten auf ihre Fragen zu finden, verfolgten sie den Weg einer Jeans vom Baumwollfeld bis in den Laden, besuchten einschlägige Modegeschäfte in Dresden und setzten sich mit der Herausforderung auseinander, die eigenen demokratischen Möglichkeiten zu nutzen, um als Verbraucher auf Missstände Einfluss zu nehmen. Ganz konkret konnten die Jugendlichen das in der Nähstube des „Louisen-Kombinahts“ in Dresden ausprobieren, in dem sie aus mitgebrachten nicht mehr gebrauchten Klamotten neue Sachen fertigten, die eben nicht gleich jede(r) Zweite trägt. Wegschmeißen ist out, Upcycling ist in.

Eine zweite Gruppe drehte derweil in stundenlanger Kleinarbeit Trickfilme, in denen sie dieses brisante Thema verarbeiteten. Auch hier galt das Motto "Aus Alt mach Neu" - die Trickfilmer stellten ihre Figuren aus alten Jeans her.

So ganz nebenbei lernten die Jugendlichen, in trinationalen Teams zu arbeiten und sich dabei ohne Dolmetscher zu verständigen. Sei es in Tschechisch, Polnisch oder Deutsch, und in Englisch sowieso.

Für dieses Erlernen demokratischer Zusammenhänge, Sprache und Teamarbeit in Verbindung mit handwerklichen Fähigkeiten danken wir der Brücke/Most-Stiftung, den Referentinnen von der Kunsthochschule Prag, dem Verein Aha sowie dem „Louisen-Kombinaht“.

Die Schüler des Tschechisch-Profils Klasse 9 und Sibylle Frey

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