"Ein Fremder ist ein Freund, den man nur noch nicht kennt."
(Irisches Sprichwort)

Eine Schachtel Plätzchen und ein paar Kuscheltiere zu Weihnachten. Solch kleine Gesten reichen aus, um Flüchtlingen zu zeigen, dass sie in unserem Land willkommen sind.

In der Herberge am Tharandter Wald leben seit Ende 2014 etwa 30 Menschen aus unterschiedlichen Ländern wie zum Beispiel Syrien. Als wir an der Herberge ankommen, werden wir von einigen Kindern mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt. Den Namen der Betreuerin des Heimes verstehen sie und führen uns sofort ins Haus, in den Aufenthaltsraum. Wer genug von seinem Zimmer oder den Zimmergenossen hat, hält sich dort auf. Auch hier wird man freundlich begrüßt, ein Mann hält scheinbar Kontakt zu Familie oder Freunden in der Heimat. Über Skype.

Kurz vor Weihnachten werden einige kleine Geschenke verpackt, deswegen reicht die Zeit nur für ein kurzes Gespräch. Der älteste Junge ist etwa zehn Jahre alt und kommt aus Palästina. Wie wir erfahren, ist seine Familie erst vor zwei Wochen angekommen, im neuen Jahr wird er in Freital zur Schule gehen. Ein Mädchen hat sogar einen Krippenplatz in Tharandt bekommen, dadurch wird sie Kontakte knüpfen und die neue Sprache vermutlich schneller lernen als ihre Eltern. Die Sprachbarriere ist ein großes Problem, da die Erlernung einer Fremdsprache immer einige Zeit in Anspruch nimmt. Die Betreuerin selbst spricht arabisch und gibt jedes Wochenende Deutschkurse.

Die Bemühungen, sich an das neue Leben in einem fremden Land anzupassen, sind groß. Doch die Hoffnung, irgendwann wieder nach Hause zurückkehren zu können, ist trotzdem unendlich groß.

Laura Meißner und Juliane Krönert

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