Politiker auf Probe

Von Linda Sommerschuh und Alexander Naumann


Japan erlebte in den vergangenen Jahren einen drastischen Niedergang: Menschen hungern, Betriebe werden massenhaft bestreikt, es drohen Aufstände, Terroranschläge mit Chemiewaffen erschüttern Tokio, Millionen wandern aus, der neue Mindestlebensstandart liegt unter dem Südamerikas…was sich anhört wie ein schlechter Witz, ist, nein, nicht real, sondern nennt sich die Pol&IS-Welt. Dabei geht es in dieser Welt nicht allen so schlecht: Afrika schreibt schwarze Zahlen, Europa und Nordamerika haben eine zufrieden stellende Wirtschaftsbilanz, China und Rest-Asien sind umweltfreundlich wie nie, Südamerika entledigt sich der Korruption und forstet den Urwald wieder auf.

Aber hier finden auch unvorstellbare Sachen statt: In Arabien wird die Religionsfreiheit eingeführt, ohne dass Verantwortlichen etwas zustößt, die Supermächte verschiffen ihre ABC-Waffen nach Ozeanien, wo sie abgerüstet werden sollen, in der GUS wird öffentlich mit der Mafia zusammengearbeitet. Trotz allem: Grundlage ist die reale internationale Politik mit all ihren Verflechtungen. Dabei fließen aber auch aktuelle Entwicklungen und Geschehnisse mit ein.














Vom 27.01. bis 31.01.2008 beteiligten sich interessierte Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen des Glückauf-Gymnasiums Dippoldiswalde/Altenberg und das Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasiums Kamenz am interaktiven Simulationsspiel Pol&IS (Politik und Internationale Sicherheit).

Die Durchführung des Spiels, sowie An-, Abreise, Unterkunft und Verpflegung organisierten Jugendoffiziere der Bundeswehr. Dabei entschied man sich für die Räumlichkeiten des wunderschönen Zisterzienserklosters Marienthal.

Kurz nach der Ankunft gab es eine kurze Einführung und es wurden internationale Ämter, wie das des UN-Generalsekretärs, der Weltbank und Weltpresse, verteilt. Die Pol&IS-Welt ist in verschiedene Regionen unterteilt, welche wiederum durch Regierungschef, Staatsminister und Wirtschaftsminister vertreten werden.
Diese Aufgaben wurden verlost, da man sich auch im wahren Leben sein Geburtsland nicht aussuchen kann.

Am nächsten Tag begann man uns das komplexe Regelwerk zu erklären. Als Wirtschaftsminister sollte man schon bei Zahlen und Berechnungen nicht den Kopf verlieren, denn er musste jährlich ein Produktionsformular ausfüllen und war für einen ausgeglichenen Haushalt verantwortlich, wobei es nötig war unterschiedliche Güter mit anderen Regionen zu tauschen.
Jedes Gebiet hatte ein an der Realität orientiertes Maß an Energie, Rohstoffen, Industrie, Agrar und Geld. Der Regierungschef wurde für die positive Entwicklung seines Landes, sowie internationale Verhandlungen und Verträge gebraucht.
In Krisen und Konflikten hatte er verantwortungsbewusst zu entscheiden. Es war das oberste Amt einer Region. Sein Vertreter, der Staatsministers hatte das Militär zur Aufgabe. Unter Umständen musste er ein Umweltformular ausfüllen, welches Daten zur Luftverschmutzung und zum regionalen Müllberg beinhaltete. Er konnte auch bevollmächtigt werden, internationale Verhandlungen zu führen. Des Weiteren mussten jedes Pol&IS-Jahr politische Programme erstellt werden.
Bei der Themenwahl konnten wir unseren Vorstellungen freien Lauf lassen. Diese wurden Anfang des nächsten Jahres ausgewertet und brachten so einige Veränderungen mit sich, z. B. stieg der Produktionsfaktor oder neue Industrieanlagen wurden gebaut. Am Ende eines solchen Jahres hatte je ein Vertreter noch eine Rede vor den Vereinten Nationen zu halten, worin sie oder er z. B. auf die wirtschaftliche Situation seines Landes, Verträge oder Entwicklungen eingehen konnte.
Das spannende am Spiel war, das jede Entscheidung Konsequenzen nach sich trug, ob positiver oder negativer Art. Besonders durch die Nachrichten und Medien wurde das eigene Handeln widergespiegelt.

Neben einer Teilnahmebestätigung nahmen wir auch reichlich fachliche und menschliche Erfahrungen mit nach Hause. Das Formular nützt uns sicher bei der einen oder anderen Bewerbung. Informationen zum Simulationsspiel auch auf www.wikipedia.de